Informationen

Wie sieht eine Erstbehandlung eigentlich aus?  Was ist wichtig im Vorfeld zu wissen?

 

Wenn wir das erste Mal auf dem Weg zu Ihnen sind, nehmen Sie sich bitte ausreichend Zeit. Eine Erstbehandlung dauert beim Hund zwischen 60 und 90 Minuten und beim Pferd zwischen 90 und 120 Minuten. Die Erfahrung zeigt, diese Zeit brauchen wir auch.

Sie und Ihr Tier müssen uns erstmal kennenlernen und Vertrauen fassen. 

Genauso wichtig wie die Zeit ist auch der Ort. Wir brauchen einen ruhigen Ort, wo wir ungestört sind.

Wenn Sie also wissen, dass es am Nachmittag im Stall immer etwas hektisch ist, machen Sie einen Termin am Vormittag. Oder am Abend, wenn die "Rush Hour" vorbei ist und wir genug Ruhe im Stall haben.

Dann, nach  einer kurzen Begrüßung, beginnen wir mit der Anamnese. Dabei werden wir erstmal allgemeine Daten abfragen. In dieser Zeit hat Ihr Tier die Möglichkeit uns kennenzulernen.

Haben wir alles Wichtige erfragt, folgt die Untersuchung.

 

Adspektion

Bei der Adspektion beobachten wir ihr Tier im Stand von allen Seiten. Dabei können wir einen ersten Eindruck von dem Körperbau Ihres Tieres erhalten und schon Rückschlüsse auf die Biomechanik schließen. Oft fallen jetzt schon Unregelmäßigkeiten oder Seitenunterschiede in der Muskulatur auf.

 

Ganganalyse

Nun bitten wir Sie auf einer ebenen Strecke von mind. 10 m (beim Pferd gerne auch 20 m) hin- und herzulaufen. Wir analysieren die Bewegung und die Gelenkbeweglichkeit auf gerader Strecke und in der Biegung, im Schritt, Trab und evtl Galopp. Für die Biegung bitten wir Sie, mit Ihrem Tier eine Volte (Kreis) zu laufen.

Beim Pferd ist es sinnvoll erst eine Ganganalyse auf hartem Boden (z.B. Straße oder Hof) und auf weichem Boden (Reitplatz) zu machen.

 

Palpation

Nun gehen wir an Ihr Tier ran. Wir beginnen mit einer Allgemeinen Untersuchung. Wir suchen nach Temperaturunterschiede, schmerzhafte Bereiche, Verhärtungen im Gewebe, Zubildungen, Ergüsse oder Narben. Dann testen wir jedes Gelenk einzeln auf Schmerzhaftigkeit und Bewegungsausmaß.

Wir werden alle Auffälligkeiten dokumentieren und Ihnen mitteilen.

 

Behandlung

Oft ist die Untersuchung schon gleich eine Behandlung und kleine Blockaden können bei der Untersuchung gelöst werden.

Haben wir eine verhärtete Muskelpartie oder ein funktionseingeschränktes Gelenk gefunden, beginnen wir erst die Muskulatur durch Massagen oder Wärmeanwendungen zu lösen. Dabei können wir diverse Therapiegeräte zur Unterstützung einsetzen. Jedoch ersetzt kein Gerät unsere Hände, mit denen wir Veränderungen im Gewebe erfühlen können. Nach der muskulären Behandlung folgt die Behandlung der Gelenke. Die meisten Blockaden können durch einfache rhythmische Bewegungen gelöst werden. Handelt es sich um eine Blockade, die evtl. schon lange besteht, können wir sie auch mit Hilfe der Chiropraktik lösen. Dabei setzen wir einen gezielten, schnellen Impuls auf das betroffenen Gelenk. Da wir direkt am betroffenen Gelenk arbeiten und einen kleinen Hebel benutzen, werden die Bänder, Gelenkkapseln oder andere Strukturen nicht belastet.

Zur Unterstützung unserer manuellen Therapie nutzen wir auch einen Low-Level-Laser, eine Magnetfelddecke oder elastische Tapinganalagen, um den positiven Effekt zu intensivieren und die Wirkzeit zu verlängern.

 

Wenn Sie möchten, können wir Ihnen einen ausführlichen Behandlungsbericht zukommen lassen, den Sie Ihrem Tierarzt vorlegen können.

Wann ist es sinnvoll einen Physiotherapeuten für meinen Hund aufzusuchen?

 

 

Nach einer Operation oder größeren Verletzung, die immer mit einer veränderten Belastung und Schonhaltung einhergehen, ist es sinnvoll einen Physiotherapeuten aufzusuchen, um die Heilungsphase bestmöglich zu unterstützen, Komplikationen vorzubeugen und das natürliche Bewegungsmuster wiederherzustellem.

Ein Physiotherapeut/Osteopath/Chiropraktiker kann auch bei schmerzhaften Prozessen helfen, die evtl aufgrund des fortgeschrittenen Alters entstehen oder auch durch ein vorangegangenes Trauma.

Oft sind es Verhaltensänderungen oder Wesensveränderungen, die den Besitzern auffallen. Wenn Ihr Hund nicht mehr so agil spielt, nicht mehr so gerne spazieren geht oder auch viel schläft, abwesend wirkt, kann das aufgrund von Schmerzen sein.

Oder auch Arbeitsverweigerung kann ein Hinweis sein. Wenn Ihr Hund nicht mehr "Sitz" macht, ist es vielleicht der Schmerz, der ihm nicht erlaubt die Anweisung auszuführen.

Eine Schiefstellung von Kopf oder Rute ist ein deutlicher Hinweis auf eine Blockade, die behandelt gehört.

Manche Rassen neigen zu Blockaden und Problemen im Bewegungsapparat wie z.B. der Dackel mit der Dackellähme oder der DSH mit dem Cauda Equina Syndrom. Dies sind Erkrankungen, die deutlich sichtbar sind. Dennoch ist auch hier eine physiotherapeutische Behandlung angezeigt.

Wann ist es sinnvoll einen Physiotherapeuten für mein Pferd aufzusuchen?

 

Pferde sind von Natur aus nicht böshaft oder widersetzlich. Oft liegt etwas dahinter. Kommt es also zu plötzlich auftretenden Schwierigkeiten im Umgang mit dem Pferd, wie z.B. Probleme beim Putzen, Satteln oder Aufsteigen, kann es auch sein, dass Ihr Pferd Ihnen mitteilen möchte, dass es Schmerzen hat.

Auch Rittigkeitsprobleme können aufgrund von Blockaden oder Funktionseinschränkungen auftreten. Bei mangelnder Arbeitslust, veränderter Kopf- oder Schweifhaltung, Schwellungen oder Wärmeunterschiede in den Geweben, Taktfehlern oder auch Lahmheiten ist es angezeigt einen Physiotherapeuten zu rufen.

Was es sonst noch zu sagen gibt...

 

Bitte sprechen Sie uns bei jeglichen Problemen oder Fragen an. Wenn Sie wissen wollen, was genau wir da überhaupt an Ihrem Liebling machen oder auch, wenn Sie den Eindruck haben, dass sei nicht die richtige Therapie für Ihr Tier, sagen sie es uns. Sie kennen Ihr Tier am besten und wir sind dafür da Ihnen und Ihrem Vierbeiner zu helfen.

 

Und noch eine Bitte... Auch wenn Sie sich auf der Suche nach einem geeigneten Therapeuten nicht für uns entscheiden, kein Problem, aber bitte gucken Sie sich Ihren Therapeuten genau an und informieren Sie sich über ihn. Er oder Sie sollte eine fundierte Ausbildung über mehrere Jahre (!) gemacht haben. Einen guten Therapeuten können Sie alles fragen und er kann Ihnen genau erklären, was er grad behandelt und warum er so vorgeht.

Zum Wohle Ihres Tieres! Danke